Krisenzentrum Dortmund Beratungsstelle für Krisenintervention

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Psychiatrischer Notfall 

Zu unterscheiden ist die psychosoziale Krise vom psychiatrischen Notfall (vgl. Häfner & Helmchen 1978).
„Dieser tritt ein, wenn die Destabilisierung des krisenhaften Systems so weit fortgeschritten ist, dass der Zusammenbruch nicht mehr aufzuhalten ist. Die dann auftretenden Symptome – sei es eine akute Psychose, eine Suizidhandlung, ein Erregungszustand, ein Delir, ein Verwirrtheitszustand etc. – machen bei hoher Prozeßgeschwindigkeit die unmittelbare medizinisch-psychiatrische Intervention erforderlich.“

                                                                                                              (Frei 1994, S.44)


Am Phänomen der Suizidalität lässt sich diese Unterscheidung gut verdeutlichen: Suizidgedanken oder –absichten treten im Rahmen eines Krisengeschehens häufig auf. Diesen kann gut mit psychosozialer Krisenintervention begegnet werden, ohne dass hier ein psychiatrischer Notfall vorläge. Dagegen erfordert eine nicht mehr gegebene Absprachefähigkeit / Handlungskontrolle des Betroffenen oder eine erfolgte Suizidhandlung medizinisch-psychiatrische Akutintervention im Sinne einer Notfallversorgung.